Bindungsangst

My big excuse to those who don't speak German! But this is very interesting. It is the description of Eva Illouz's lecture on fear of commitment. Eva Illouz's Kolloquium "Es liegt nicht an Dir, sondern an mir": Bindungsangst als Problem der Soziologie Die Suche nach Liebe ist eine schwierige Erfahrung geworden, die nur wenigen modernen Männern und Frauen erspart geblieben ist. Trotz des weitverbreiteten und fast kollektiven Charakters dieser Erfahrungen besteht unsere Kultur darauf, dass sie das Resultat einer gestörten Psyche sind. Die freudianische Kultur, von der wir durchtränkt sind, vertritt die starke These, dass sich sexuelle Anziehung am besten durch unsere vergangenen Erfahrungen erklären lässt und dass Liebespräferenz in der frühen Kindheit durch die Eltern-Kind-Beziehung geprägt wird. Die Annahme Freuds, die Familie bestimme das Muster der erotischen Karriere, war bisher die Haupterklärung für die Frage, warum und wie wir daran scheitern, eine Liebesbeziehung zu finden oder aufrecht zu erhalten.

Die zentrale These dieses Projekts lautet so: Wenn viele von uns "eine Art bohrender Angst oder Unwohlsein" in Bezug auf die Liebe haben und das Gefühl, dass uns Liebesdinge "aufgewühlt, ruhelos und unzufrieden mit uns selbst" i zurück lassen, so deswegen, weil Liebe etwas an sich hat, das man als "Gefangensein" des Selbst in den Institutionen der Moderne bezeichnen kann; auch spiegelt und verstärkt sie dieses Gefangensein. In einer berühmten Passage formuliert Karl Marx: "Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen." Wenn wir lieben oder schmollen, greifen wir auf kollektive Ressourcen zurück und tun dies in Situationen, die wir nicht selbst gestaltet haben; genau diese Ressourcen und Situationen möchte ich in meinem Projekt untersuchen. Ich erläutere diese Strategie anhand eines Beispiels: der "Bindungsangst". i Harry Frankfurt, The Reasons of Love, Princeton University Press, 2004, p. 5.